Offener Brief an Firma RSBK wegen Dolmetschhonorar

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Offener Brief an Firma RSBK wegen Dolmetschhonorar

2017-07-10

Wer die Tweets von uepo.de oder die Diskussionen der Übersetzer & Dolmetscher – XING Ambassador Community (früher: Übersetzerlounge) verfolgt, hat schon davon gehört: Gesucht wurde für eine Wirtschaftskonferenz ein/e Sprachmittler/in Chinesisch-Deutsch. Aufgrund des in Aussicht gestellten Honorars wurde der Vorstand des ADÜ Nord aktiv und hat einen offenen Brief an den Veranstalter verfasst, den Sie hier nachlesen können.

 

Update 3.8.2017

Auf unser Anschreiben vom 07.07.2017 an die Fa. RSBK AG von Herrn Rudolf Scharping haben wir inzwischen eine Antwort erhalten. Sinngemäß wird darin mitgeteilt, dass es sich bei der von unserem Verband kritisierten Stellenanzeige lediglich um die Suche nach zusätzlichen Orga-Hilfskräften gehandelt habe, die ein bereits vorhandenes Team von bis zu zehn professionellen (Berufs-)Dolmetschern unterstützen sollten.

In der Antwort heißt es unter anderem (Zitatanfang): … Folglich haben wir den/die Sprachmittler/in als Ergänzung zu den 10 vorangegangenen Dolmetschern gesucht und insofern unsere Anzeige auf Studentinnen und Studenten zugeschnitten. Der tatsächliche Anteil des/der Sprachmittlers/in Arbeit lag zu ca. 95 % bei der Unterstützung von organisatorischen Aufgaben und zu ca. 5 % bei der Unterstützung bei sprachdienstlichen Zwecken.“ (Zitatende)

Wir sind zunächst einmal darüber erfreut, von der RSBK AG eine genauere Stellungnahme zu dem Vorgang erhalten zu haben. Abschließend wird dort ausgeführt (Zitatanfang): „Wir sind Ihnen dankbar, dass Sie als 1. Vorsitzende des ADÜ Nord e. V. den deutschlandweiten Markt aktiv verfolgen und biete Ihnen gerne an, sich bei weiteren Fragen an mich zu wenden. Herr Rudolf Scharping ist selbstverständlich über Ihren Brief und dieses Schreiben ausführlich informiert.“ (Zitatende)

In der Sache bleiben uns trotz der obigen Einlassungen der RSBK AG gewisse Zweifel, was den berufsethisch korrekten Einsatz von Sprachmittlern angeht. Denn die Stellenanzeige, die den Anstoß zu unserer Beschwerde gegeben hat, gibt die nunmehr behauptete Schwerpunktsetzung gerade nicht wieder. Ferner wäre es ein Leichtes gewesen, in der immerhin mehrzeiligen Anzeige auf eine „Verstärkung des bereits vorhandenen Dolmetscherteams“ hinzuweisen.

Unser Verband wird den tatsächlichen Sachverhalt auch durch weiteres Nachhaken leider nicht mehr objektiv nachprüfbar klären können. Daher soll es an dieser Stelle ausreichen, auf die zu Grunde liegende Problematik wirksam hingewiesen und eine verständnisvolle Reaktion hervorgerufen zu haben.