Informations- und Diskussionsveranstaltung

Informations- und Diskussionsveranstaltung

zum Thema

Arbeitsbedingungen und Vergütung Justizdolmetscherinnen und -dolmetscher in Hamburg – Situation und Entwicklungsperspektiven

 

Am 5. April 2016 hatte der ADÜ Nord in Kooperation mit der Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung (AWW) der Universität Hamburg zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Arbeitsbedingungen und Vergütung von Justizdolmetschern in Hamburg – Situation und Perspektiven“ in die Räumlichkeiten der AWW eingeladen. Als Diskussionsgäste hatte der Verband Frau Prof. Dr. Christiane Driesen von der Universität Hamburg (AWW), Herrn Richard Seelmaecker, justizpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion der Hamburger Bürgerschaft, und Herrn RiOLG Marc Wenske als Vertreter der Hamburger Richterschaft angekündigt. Bei der Begrüßung musste die 1. Vorsitzende des ADÜ Nord, Svenja Huckle, den zahlreich erschienenen Teilnehmern dann mitteilen, dass Herr Seelmaecker und Herr Wenske berufs- bzw. krankheitsbedingt leider verhindert waren. Es nahmen jedoch zwei Mitarbeiter der Innenbehörde als Gäste an der Veranstaltung teil.

 

Die von Jörg Schmidt, Referent für Vereidigtenwesen des ADÜ Nord, vorbereitete und vorgetragene Präsentation brachte alle Anwesenden auf den gleichen Kenntnisstand, insbesondere auch in Bezug auf den unter Mitwirkung des ADÜ Nord von der CDUFraktion eingereichten Antrag an die Bürgerschaft, über den in den kommenden Tagen entschieden wird. Die anschließende Diskussion zeigte, dass sich die Arbeitsbedingungen aus Sicht der Justizdolmetscher/innen in den letzten zehn Jahren eher verschlechtert haben. In Ländern wie Chile und Argentinien hingegen sei eine Arbeit im Zweierteam beim Dolmetschen vor Gericht Standard und die Dolmetscher/innen würden nicht als lästiger Störfaktor empfunden. Zudem wurde angemerkt, dass die Situation an internationalen Gerichten, beispielsweise dem Internationalen Seegerichtshof, besser sei: Dort wird u. a. zur Vorbereitung Zugang zu relevanten Dokumenten gewährt, die Vorbereitungszeit wird bezahlt und auf die entsprechende Qualifikation der Dolmetscher/innen geachtet.

Angeregt wurde eine Art Weiterbildungsveranstaltung für das Justizpersonal und Mitarbeiter der Innenbehörde, um ein Bewusstsein für die Arbeit und Situation der Dolmetscher/innen zu schaffen und auch um wieder zu erreichen, dass nur vereidigte Dolmetscher/innen und Übersetzer/innen eingesetzt werden und die Vergabe nicht wie derzeit vermehrt über Sprachendienste erfolgt. Nur so könne sichergestellt werden, dass prozessrelevante Unterlagen nicht durch unnötig viele Hände gehen, was im Interesse aller Prozessbeteiligten sei. Hingewiesen wurde auch darauf, dass falsches Kostenbewusstsein seitens der beauftragenden Stellen in der Vergangenheit bereits dazu geführt hat, dass Prozesse aufgrund schlechter Dolmetschleistungen und nicht vereidigter Dolmetscher/innen wieder aufgerollt werden mussten, mit erheblichen Mehrkosten für den Staat.

Prof. Driesen beglückwünschte den ADÜ Nord zu seiner Initiative, wies jedoch darauf hin, dass EU-weite Bemühungen wie das Projekt LIT Search von EULITA, das eine europaweite Datenbank für Justizdolmetscher/innen und -übersetzer/ innen zum Ziel hat, nicht vernachlässigt werden sollten. In Bezug auf das weitere Vorgehen ist aus Sicht des ADÜ Nord die Entscheidung der Bürgerschaft über den Antrag abzuwarten, worauf dann entweder Gespräche über die konkrete Umsetzung der geforderten Punkte und die Bildung einer Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Justiz, Polizei, Verwaltung und Bildung, oder, bei Ablehnung des Antrags, eine andere Strategie (z. B. Weiterführung der Musterprozessinitiative zu einer Klage) folgen werden.

Lea Bodora

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Einladung

Der ADÜ Nord setzt sich für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Verdienstmöglichkeiten der Justizdolmetscherinnen und -dolmetscher ein. Wir haben hierzu ein Positionspapier erarbeitet, das Grundlage eines gemeinsamen Vorgehens mit der CDU-Fraktion der hamburgischen Bürgerschaft ist. Teil des hier entwickelten Konzeptes ist es, einen institutionalisierten Dialog der wichtigsten Akteure zu organisieren.

In diesem Zusammenhang veranstaltet der ADÜ Nord in Kooperation mit der Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung (AWW) der Universität Hamburg am 5.4.2016 um 19.30 Uhr im Raum 3029 der AWW in der Schlüterstraße 51, 20146 Hamburg, eine Informations- und Diskussionsveranstaltung mit dem oben genannten Titel.

Hierzu haben wir hochkarätige Gäste eingeladen. Neben Frau Prof. Dr. Christiane Driesen von der Universtät Hamburg (AWW) werden Herr Richard Seelmaecker, der justizpolitische Sprecher der CDU-Fraktion der Hamburger Bürgerschaft, und als Vertreter der Hamburger Richterschaft Herr RiOLG Marc Wenske, anwesend sein. Nicht zuletzt wird voraussichtlich auch mindestens ein Vertreter der Innenbehörde Hamburg teilnehmen können.

Wir freuen uns, unseren Mitgliedern dieses attraktive Angebot machen zu können. Die Veranstaltung stellt eine sehr gute Gelegenheit dar, auf die vorhandenen Probleme aufmerksam zu machen und sich konstruktiv für Veränderungen einzusetzen. Wir hoffen daher auf rege Beteiligung unserer Verbandsmitglieder.

Aus organisatorischen Gründen ist eine verbindliche Anmeldung zur Veranstaltung erforderlich. Aufgrund großer Nachfrage ist die Veranstaltung ausgebucht. Sie können sich durch Anmeldung mittels des nachfolgenden Formulars auf unsere Warteliste setzen lassen, wir benachrichtigen Sie, wenn ein Platz frei wird.